Leistungen der NVA zur Verbesserung der Fernmeldeversorgung am Standort Strausberg   Strausberg, Stadt a. See Zu Zeiten der DDR kein Geheimnis, die Versorgung der Bevölkerung mit Telefonanschlüssen der Deutschen Post war ein riesiges Problem. Noch klingen mir die Worte des Lei- ters des Post- und Fernmeldeamtes (PFA) Strausberg in den Ohren, gemäß Forderungen seiner vorgesetzten Dienststelle jährlich mindestens 100 Telefonanschlüsse im Kreis Strausberg einzurichten. Ihrer Funktion entsprechend arbeitete das PFA Strausberg und die Hauptnachrichtenzentrale (HptNZ) eng zusammen. Betraf vorrangig die Versorgung der Antragsteller mit Tele- fonanschlüssen nach Dringlichkeit, die Erweiterung des Fernmeldeortsnetzes und Vermittlungsstellen sowie die Unterstützung bei Schulungsmaßnahmen im Rahmen der Zivil- verteidigung. Gravierend und sich zuspitzend, die Lage in den 80er Jahren, Investitionen fehlten dem PFA an allen Ecken und Kanten. NVA- Dienststellen am Standort waren da- von unmittelbar betroffen, Antragsteller auf einen Telefonanschluss warteten vergeblich, die Anmietung von Leitungen im Ortsnetz durch die HptNZ verschlechterte sich. Damit auch die Möglichkeit zur Einrichtung von Wohnungsdienst- oder Wohnungsanschlüssen. Leider ist mir der Name einer Dame nicht mehr geläufig, sie wartete über 25 Jahre. Ihr Antrag konnte bis 1990 nicht realisiert werden.  Aus dieser Situation heraus kam es zu einer ersten gemeinsamen Beratung von Vertretern des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen (PFM), des PFA Strausberg und der HptNZ unter Leitung des Chefs Nachrichten im MfNV am 23.04.1986. Das Fazit, Strausberg ist mit 17,6 Telefonanschlüssen pro 100 Einwohner gegenüber Frankfurt (O) als Bezirksstadt mit 11 Anschlüssen gut versorgt. Die Vermittlungsstellen in der Stadt sind zu 98% beschaltet, Erweiterungen vor 1988 nicht möglich. Die Zahl der offenen Anträge, allein von Armeeangehörigen, rd. 370.  Das Ergebnis der Beratung: - die HptNZ verkauft 70 (später weitere ca. 100) Telefonapparate an das PFA Strausberg, - Bereitstellung von Technik in der Ortsvermittlungsstelle (OVSt) über den Weg der Refinanzierung durch das MPF im Jahre 1988, - Netzerweiterungen in einigen Straßenzügen der Vorstadt nicht vor 1989, - Zusage der Vertreter des MPF zur Erweiterung von Kapazitäten am Hauptverteiler des PFA und Wohngebieten der Stadt, - Zustimmung zu einem Kabelbauvorhaben in Hönow bei Berlin mit Unterstützung von Nachrichtensoldaten der 2.Nachrichtenbrigade. Eine Folgeberatung am 03.06.1987 stellt folgenden Arbeitsstand fest:   - in den Jahren 1986/87 wurden 406 Telefonanschlüsse, davon 139 für Armeeangehörige eingerichtet (davon 57 für Angehörige des MfNV), - Möglichkeiten einer Ortsnetzerweiterung wurden durch die DP nicht geprüft, - Das Kabelvorhaben in Hönow wurde mit Arbeitskräften als Ersatzleitung für die Arbeiten zur netztechnischen Erweiterung in Strausberg / Waldemar, Friedrich-Engels- und Karl-Marx-Strasse unterstützt, - Erläuterung vorgesehener Investitionsarbeiten durch das MPF bis 1990       a) in der Endvermittlungsstelle 4 (Vorstadt)                   - Erweiterung um 1.000 Anrufeinheiten,            - Erweiterung Ortskabelnetz, einschließlich des Wohngebietes Försterweg (ca.                 2.300 WE) ist für Ende 1989 vorgesehen,                           b) in der Endvermittlungsstelle 2 (Stadtmitte)                   - Erweiterung um 1.000 Anrufeinheiten,                   - keine Erweiterungen im Ortskabelnetz bis 1990 möglich, - seitens der NVA ist die finanzielle und materielle Beistellung von Vermittlungstechnik mit folgenden Größen geplant:        3,151 Mio Mark zum 20.05.1988 0,278 Mio Mark  Dezember 1988 (es handelt sich um zwei Containervermittlungen im Wohngebiet Hohensteiner Chaussee und Otto-Grotowohl-Ring),    - im Bereich der Teilvermittlungsstelle Eggersdorf wird voraussichtlich eine Ortsnetzerweiterung realisiert, - vorgesehen ist die Realisierung einer Investition der NVA im Wohnungsbau Strausberg, Fontanestraße und das vor-gesehene Kabelvorhaben zwischen dem MfNV und diesem Wohngebiet, was zu einer Entlastung im Ortsnetz Strausberg führen wird. Im Zusammenhang ist die Errichtung eines Lichtwellen-Traktes zwischen der Über- tragungsstelle Strausberg 2 (HptNZ) und der Übertragungsstelle 1/5 Strausberg nach 1990 vorgesehen. - Unterstrichen wird die Praxis der Vergabe von Telefonanschlüssen nach Dringlichkeit (Reihenfolge) für Angehörige der NVA im Standort Strausberg zwischen dem Leiter des PFA Strausberg und dem Leiter HptNZ. Weitere Beratungen folgen im Zusammenhang mit dem Wohngebiet Försterweg. Dazu schreibt der Chef der Verwaltung Nachrichten im MfNV an den Leiter HptNZ am 24.05.1989, das die Arbeiten der DP zur Anbindung des Wohngebietes Försterweg mit 50 DA (Doppeladern) an den KV- Bereich Gaststätte „Blau-Weiß“ (KV- Kabelverteiler) der Deutschen Post (DP) und 100 DA an das Ledigenwohnheim des Kommandos LSK/LV abgeschlossen sind. Noch zwei Monate später (13.07.1989) waren die Leistungen vom zuständigen Fernmeldebauamt nicht an das PFA Strausberg übergeben, demzufolge nicht nutzbar. Vom Einsatz eines Fernsprechvermittlungssystems MSN 70 der NVA im Ledi- genwohnheim der LSK/LV zur Versorgung des Wohngebietes konnte infolge weiterer Lösungen Abstand genommen werden. Die LSK/LV verlegten zur provisorischen Versor- gung im Wohngebiet I ein Fernmeldekabel mit 50 DA zu ihrem KV (Kabelverzweiger) im Ledigenwohnheim. In einer weiteren Beratung am 17.08.1989 wird festgestellt: - es besteht Übereinstimmung darin, dass das Ziel der gemeinsamen Bemühungen von DP und NVA darin besteht, die Fernmeldeversorgung (äußere fernmeldetechnische Erschließung) des Neubaugebietes Försterweg (Block 1 –10) bis zum 31.12.1989 zu realisieren, - im weiteren Verlauf erteilt die NVA der DP, Kombinat Fernmeldebau, Fernmeldeamt Frankfurt (O) einen Auftrag für alle zusätzlichen Leistungen, die sich aus der Erhöhung des Versorgungsgrades für alle Wohnungsneubauten des Bedarfsträgers im Wohngebiet Strausberg- Vorstadt ergeben, - Die NVA stellt alle zusätzlich benötigten Fernmeldekabel bei. Anstelle des im Projekt der DP enthaltenen Fernmelde-kabels mit 500 DA wird durch das MfNV ein Kabel mit 800 DA bereit gestellt, - Alle Tiefbauleistungen für die gesamte Trasse ab Vermittlungsstelle Landhausstrasse bis zum KV Försterweg werden durch Kräfte der NVA realisiert. Es ist zu unterstreichen, das PFA Strausberg, die Stadt und ihre Bewohner haben von der großzügigen und uneigennützigen Hilfe der NVA unter der Leitung des Chefs Nach- richten im MfNV ihren Nutzen gehabt. Das Grundproblem der mangelnden Versorgung war damit allerdings nicht beseitigt, konnte aber gelindert werden. Dieser Tatsache möge man sich bei allen politischen Diskussionen um die NVA und das MfNV erinnern. Hier waren es Nachrichtensoldaten im Zusammenwirken mit Spezialisten aus zivien Dienst- stellen, anderen Orts waren es Angehörige anderer Waffengattungen die in ihren Standorten tatkräftig für Unterstützung in den Kommunen gesorgt haben. Das gehört ausge- sprochen, anerkannt und geachtet. 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